LSGL 21: Hetzlerisch


LSGL 21: Hetzlerisch

Artikel-Nr.: ISBN 9783895866258
96,10
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Hetzlerisch
Dokumentation spontansprachlicher Texte und grammatische Analyse der phorischen Pronomina im ostfränkischen Dialekt des Dorfes Hetzles
 
Klaus Geyer
Universität Kiel

Die Arbeit untersucht die Distribution und Funktion phorischer Pronomina in spontansprachlichen Texten des ostfränkischen Dialektes von Hetzles, einem Dorf mit ca. 1500 Einwohnern in der Nähe des Ballungsraumes um Erlangen und Nürnberg. Es handelt sich dabei um die Pronomina der 3. Person entsprechend dem standarddeutschen der, die, das (D-Pronomina), die klitischen K-Pronomina wie z.B. in hats 'hat sie' (oder 'hat es') sowie die S-Pronomina entsprechend er, sie, es.

Die Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Nach einer kurzen Einleitung setzt sich der Autor mit dem Problem der Methoden bei der Erhebung und Beschreibung qualitativ hochwertiger, spontansprachlicher Dialektdaten sowie mit Fragen der Dokumentation bedrohter Sprachen und Dialekte auseinander. Diskutiert wird auch, inwieweit das Hetzlerische als bedrohter Dialekt der "sicheren" Sprache Deutsch zu zählen ist. Dieser Methodendiskussion folgt im 3. Kapitel die umfangreiche Edition der aufgenommenen und analysierten Texte. Es handelt sich um ein Korpus von ca. 40 Minuten, das, um der Forderung nach Detailliertheit und nach Textmenge gleichermaßen gerecht zu werden, in vier verschiedenen Dokumentationsformaten präsentiert wird, von der vollständigen Interlinearisierung inklusive phonetischer Zeile bis hin zum zweispaltigen Ausgangstext-Übersetzungs-Format. Im folgenden Kapitel werden der Begriff der Phorik zunächst allgemein und in Bezug auf das Standarddeutsche erläutert. Anschließend erfolgt die Analyse der hetzlerischen Pronomina in den Texten. Dabei zeigt sich, dass die D-Pronomina und K-Pronomina die weitaus häufigsten sind, während für den Gebrauch der seltenen S-Pronomina – die im schriftlichen Standarddeutschen als die "normalen" phorischen Pronomina gelten – spezielle Regeln zu formulieren sind, die an der Schnittstelle von Syntax und Informations-strulktur operieren. Von besonderem Interesse ist die Hypothese, dass den S-Pronomina in der Redewiedergabe eine besondere Funktion zukommt, was sie in die Nähe logophorischer Pronomina rückt. Das fünfte und letzte Kapitel fasst die Ergebnisse derArbeit zusammen (Audio-CD auf Anfrage).

ISBN 9783895866258. LINCOM Studies in Germanic Linguistics 21. 236 S. 2003.
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